2. Dezember 2022 - 19. März 2023

Interview: Automatisierte SAP S/4HANA-Migration mit SOA People und MIGNOW

00_website_mignow_itv_deMit dem Release von S/4HANA hat die SAP zugleich verkündet, den Support für ältere ERP-Versionen des SAP ECC bis 2027 auslaufen zu lassen. Dies bedeutet für zahlreiche SAP-Kunden eine fundamentale Umstellung ihres Kernsystems. Obwohl die Migration auf das zukunftsträchtige SAP S/4HANA-System einige Vorteile bietet (z. B. vereinfachte Prozesse, Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit), sorgen sich viele Unternehmen und Entscheidungsträger vor dem nicht zu unterschätzenden Aufwand (z. B. Zeit, Geld und Ressourcen). Die Firma SOA People hat gemeinsam mit ihrem Partner MIGNOW einen Weg gefunden, S/4HANA-Migrations- und -Transformationsprojekte zu beschleunigen, arbeitsintensive Prozesse zu minimieren und dadurch Zeit, Kosten und Aufwand zu sparen. Dr. Tamas Szirtes (Group Innovation Director bei SOA People) und Guilherme Joventino (Mitgründer & COO von MIGNOW) haben uns im Gespräch erklärt, wie das für KMUs und Konzerne funktioniert.

erp4students: Hallo und vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, unsere Fragen zu beantworten. Wie geht es Ihnen und wo befinden Sie sich aktuell?


Dr. Tamas Szirtes: Vielen Dank für die Einladung und dass wir Einblicke in die SAP-Welt mit Ihnen und der erp4students-Community teilen können. Mir geht es gut und ich arbeite derzeit von zu Hause aus. So kann ich zum Beispiel an einem Treffen des Lenkungsausschusses in Belgien, einem internen Gespräch mit französischen Kollegen und einem Abgleich mit unserem deutschen Vertriebsteam teilnehmen. Keine Überraschung, dass mehrere dieser Meetings im Zusammenhang mit unserer exklusiven Partnerschaft mit MIGNOW stehen, dem heutigen Interviewthema.

Guilherme Joventino: Auch von meine Seite Danke für die Einladung. Im Moment bin ich viel unterwegs, um mit den verschiedensten Menschen aus der SAP-Community in Europa zu sprechen. Ich habe gerade Barcelona verlassen, wo ich an einem Meeting mit SAP teilgenommen habe. Jetzt bin ich mit SOA People auf dem Kongress »USF 2022« in Lyon, Frankreich. Ein paar Tage später sieht man mich bereits auf dem von SOA People organisierten »Performance Day« in Zandvoort, einer kleinen niederländischen Stadt in der Nähe von Amsterdam. Dazwischen stehe ich für Telefonate und Kundengespräche zur Verfügung. Ich möchte einfach das Beste aus der Zeit hier in Europa machen und eng mit SOA People und SAP zusammenarbeiten.

erp4students: Bevor es zum Kernthema dieses Interviews geht: Was hat Sie bewegt, sich mit den Themen IT, Wirtschaft und ganz konkret SAP und Consulting zu befassen?

Guilherme: Ich bin ein sehr neugieriger und umtriebiger Mensch, der ständig dazulernt und Dinge optimieren möchte. Als Student erschienen mir die SAP-Technologien als vielversprechende Möglichkeit, etwas zu bewirken. Ich dachte mir, diese Branche braucht und sucht Leute wie mich, die innovative Sichtweisen finden und die Grenzen des Machbaren in Business und IT austesten und verschieben wollen. Seit meinem ersten SAP-Praktikum als Key User ist bis heute so viel passiert. Im Nachhinein bin ich sehr froh, dass ich damals die Entscheidung getroffen habe, als Student bei SAP zu starten.

Tamas: Schon während meines Studiums habe ich mich für die Verbindung von Wirtschaft mit IT interessiert. Da ich zu der Zeit in Deutschland war, können Sie sich bestimmt vorstellen, dass es fast unvermeidlich gewesen ist, mit SAP in Berührung zu kommen. Geschäftsleute aus allen möglichen Branchen sprachen über SAP und die stetig wachsenden Fähigkeiten des ERP-Systems. Ich bin froh, den Fuß in die SAP-Welt gesetzt zu haben. Man kann so viel lernen und gleichzeitig so vielen verschiedenen Kunden einen Mehrwert bieten. Es wird niemals langweilig, weil es immer Abwechslung gibt. Als Director of Innovation bei SOA People ist es nun ganz offiziell meine Aufgabe (und Leidenschaft), auch weiterhin nach vorn zu streben und die besten Lösungen und Innovationen für unsere Kunden zu finden.

erp4students: SOA People ist ein Unternehmen mit dem Hauptsitz in Wavre, Belgium, und MIGNOW ist ein brasilianisches Unternehmen. Wie haben Sie sich kennengelernt und wie kam es zur Zusammenarbeit?

Tamas: Wir haben nach Lösungen gesucht, die die Migration nach S/4HANA für KMUs und Konzerne auf ein neues Level zu bringen. Durch das Scannen des globalen Marktes haben wir MIGNOW als die mit Abstand interessanteste Lösung herausgefiltert. Ich habe Guilherme direkt kontaktiert und damit begann unsere Reise. Heute, etwa drei Jahre später, arbeiten die beiden Unternehmen eng zusammen und es gibt keinen Tag, an dem ich nicht mit jemandem von MIGNOW spreche.

Guilherme: Ganz genau. MIGNOW hatte bereits die ersten Erfolge in Brasilien und ich habe mich gefragt, wie ich diese Technologie auch global für SAP-Kunden verfügbar machen könnte. Als Tamas sich an mich gewandt hat, war ich sehr glücklich. Nachdem wir uns weiter über unsere Kompetenzen ausgetauscht hatten, haben wir festgestellt, wie wir uns gegenseitig ergänzen können, und wurden schnell Partner.


erp4students: Die Umstellung auf S/4HANA stellt viele Unternehmen vor enorme Herausforderungen – aber was glauben Sie, sind die Vorteile, die das neue System mit sich bringt?

Guilherme: Ich glaube, dass SAP S/4HANA das erfolgreichste ERP-System ist. Es ermöglicht Unternehmen, sich nahtlos in einer digitalen Wirtschaft einzufügen. Unternehmen profitieren von der Vereinfachung und Zentralisierung für Management und Verwaltung, der Benutzerfreundlichkeit, Ressourceneinsparungen, Innovation, verbesserter Leistung und Geschwindigkeit. Darüber hinaus veranschaulichen über 1450 neue veröffentlichte Funktionen, wie sehr sich SAP kontinuierlich weiterentwickelt.

Tamas: Ja, genau. Unternehmen, die mit SAP S/4HANA arbeiten, können agiler sein, mobiler und flexibler arbeiten, die Produktivität steigern, die Geschäftsleistung verbessern und … durch umfassende, faktenbasierte Einblicke in Echtzeit datengetriebene Entscheidungen treffen!

erp4students: Sie bieten mit MIGNOW eine Lösung, die Migrations- und Transformationsprojekte (auf S/4HANA) zu beschleunigen und arbeitsintensive Prozesse zu minimieren – und zwar automatisiert. Wie funktioniert MIGNOW?

Guilherme: MIGNOW ist ein Technologie-Startup, dem die gleichnamige Software gehört. Die Software ist von SAP für die Automatisierung von Umstellungsprozessen auf S/4HANA und Upgrades innerhalb von S/4HANA zertifiziert. Die Automatisierung durch MIGNOW beschleunigt drastisch die Durchlaufzeit im Rahmen der Konvertierungsprozesse, da die Software SAP-Anpassungspunkte identifiziert, SAP-Migrationswerkzeuge und Best Practice automatisiert anwendet sowie die Erfahrung aus vorhergehenden, erfolgreichen MIGNOW-Migrationen miteinbezieht. Der eher standardisierte, große Batzen an ABAP-Codes kann daher automatisch konvertiert werden, so dass nur ein geringer, manueller Arbeitsaufwand für die Berater übrigbleibt. Darüber hinaus beschleunigen wir die Bearbeitung der relevanten Simplifikation Items und geben Fiori-Empfehlungen basierend auf der Benutzerhistorie.

Tamas: Hier möchte ich ein Beispiel geben: Eine unserer ersten Migrationen zusammen mit MIGNOW war Galler, ein wachsendes belgisches Süßwarenunternehmen. Innerhalb von nur 3 Monaten wurde deren System kostengünstig und ohne Betriebsunterbrechung erfolgreich migriert. Mit S/4HANA profitiert Galler jetzt von der neuesten Technologie, einschließlich eingebetteter Analysen, Echtzeitdaten und der Fiori-Benutzererfahrung.

erp4students: Der MIGNOW-Weg scheint vor allem für den Brownfield-Ansatz prädestiniert, bei dem u. a. vorangegangene Investments in Prozessanpassungen übernommen werden. Ein Nachteil ist jedoch, dass historische Altlasten „mitgeschleppt“ werden können und damit das Risiko entsteht, Ineffizienzen ebenfalls ins neue System mit zu konvertieren. Zudem scheint ein späterer Umstieg in die SAP S/4HANA Cloud mit erheblichem Aufwand verbunden zu sein. Wie wirkt MIGNOW diesen Schwierigkeiten entgegen?

Guilherme: Genau. Eine Brownfield-Migration bezieht sich auf die Konvertierung der bestehenden SAP-Landschaft von SAP ECC auf S/4HANA, wobei vorhandene Daten und Programme übernommen werden. Mit Brownfield hat man dennoch die Möglichkeit, bestehende Arbeitsprozesse neu zu bewerten, zu bearbeiten und nur relevante Daten und Prozesse zu migrieren. Es ist eine Menge Arbeit, jedes einzelne benutzerdefinierte Codeobjekt so detailliert zu prüfen, so dass nur notwendige, nützliche Arbeitsprozesse in das neue SAP S/4HANA-System übernommen werden. Hier kommt MIGNOW ins Spiel. Da es KI-gesteuert ist, kann es den gesamten benutzerdefinierten Code basierend auf Best Practices automatisch analysieren. Dies spart enorm viel Zeit, reduziert Fehler und eröffnet gleichzeitig die Möglichkeit, sich auf komplexere, benutzerdefinierte Codeobjekte zu konzentrieren. Im Durchschnitt haben wir die Erfahrung gemacht, dass der Einsatz von MIGNOW 95% des manuellen Arbeitsaufwands bei einer Brownfield-Migration reduziert.

Ein gutes Beispiel für den Mehrwert von MIGNOW ist unser Kunde Carrefour, der größte brasilianische Einzelhändler. Wir standen vor einer sehr komplexen Situation mit fast 19.000 benutzerdefinierten Codeobjekten. Wie für Brownfield-Migrationen typisch, waren 60% der benutzerdefinierten Codeobjekte von Carrefour entweder veraltet oder konnten ohne Änderungen nach S/4HANA übernommen werden. Die restlichen 40% der benutzerdefinierten Codeobjekte mussten vermeintlich manuell angepasst werden. Korrektur und Prüfung dauern pro Objekt rund vier Stunden, was bei einem klassischen Brownfield-Ansatz rund 30.400 Stunden manuellen Arbeitsaufwand ergibt. Durch die Automatisierung der Migration mit MIGNOW mussten nur noch 0,7%, also 135 benutzerdefinierte Codeobjekte, manuell geändert werden. Da solche verbleibenden Objekte tendenziell komplexer sind, haben wir mit 12 Stunden pro Objekt kalkuliert, was den manuellen Arbeitsaufwand effektiv auf weniger als 1.600 Stunden statt der ursprünglichen 30.400 Stunden reduziert hat.

Tamas: Ja, genau. Diese drastische Reduzierung des manuellen Arbeitsaufwandes mit Hilfe von MIGNOW ist einzigartig. Auch SAP hat diese herausragende Automatisierungsfähigkeit honoriert, indem es MIGNOW im Rahmen des Carrefour Business Case mit dem SAP Innovation Award 2022 ausgezeichnet hat. Nur mit MIGNOW war für Carrefour die Migration und der Umzug in ihr neues Rechenzentrum innerhalb von 3,5 Monaten möglich. Auch Tatsachen wie, dass Carrefour fünfmal schneller von neuen Funktionalitäten profitieren konnte, machen uns noch stolzer darauf, mit MIGNOW als Partner zusammenzuarbeiten.

Guilherme: Allerdings ist nicht jedes Unternehmen für einen Brownfield-Ansatz geeignet, da nicht jedes Unternehmen die Migration auf einmal in einem „Big Bang“ realisieren oder große Mengen an Transaktions- und Stammdaten kopieren will. Die Alternative ist dann der Selective- oder Empty Shell-Ansatz, bei dem eine Kopie des bestehenden SAP ECC-Systems erstellt wird, die keine Stamm- und Bewegungsdaten enthält. Man hat somit ein leeres System, eine sogenannte „leere Hülle“ (= Empty Shell). In einem Empty Shell-Szenario können Unternehmen mit MIGNOW ihre Umstellung ebenfalls deutlich beschleunigen. Durch die automatisierte Migration von ausschließlich sinnvollen Custom Code Objekten, können Unternehmen auch im neuen System weiterhin von diesen Custom Code Objekten profitieren.

Tamas: Um noch mal auf den letzten Punkt der Frage zurückzukommen: S/4HANA vereinfacht einen Wechsel in die Cloud erheblich. Es ist sogar möglich, MIGNOW für einen Lift-and-Shift-Ansatz zu verwenden, bei dem man zu S/4HANA migrieren und gleichzeitig zu einer privaten Cloud wechseln kann.

erp4students: Der sogenannte Greenfield-Ansatz meint einen völligen Neustart mit SAP S/4HANA, vergleichbar mit einer neu bebaubaren, grünen Wiese. Wann empfehlen Sie Unternehmen diesen Ansatz? Bieten Sie Möglichkeiten einer KI-gestützten Neuimplementierung oder welche Alternativen können Sie Unternehmen neben dem Brownfield-Ansatz bieten?

Guilherme: Vor allem Unternehmen, die ihre Komplexität reduzieren müssen, wenn sie zahlreiche unübersichtliche, überholte Eigenentwicklungen angesammelt haben, sollten sich für Greenfield entscheiden. Mit Greenfield haben sie die Möglichkeit, ein sauberes, neues System von Grund auf neu einzurichten, wo sie ihre SAP-Prozesse und -Workflows auf der Grundlage von Best Practices verschlanken können. Da kein benutzerdefinierter Code sowie keine Stamm- oder Transaktionsdaten migriert werden, ist MIGNOW hier nicht anwendbar.

Tamas: Unabhängig von unserem Partner MIGNOW haben wir ein ganzes S/4HANA-Migrationsportfolio, das sich an Unternehmen richtet, die auch den Greenfield-Ansatz berücksichtigen wollen. Beispielsweise können wir einen Digital Transformation Workshop durchführen, um individuell über Strategie und IT-Design zu diskutieren. Für unsere Kunden führen wir Business Process Reengineering in S/4HANA Assessment Workshops durch. Darüber hinaus können wir mit unseren qualifizierten, branchenspezifischen Paketen Geschäftsprozesse auf Basis von Best Practices harmonisieren. Gemeinsam mit unseren Kunden besprechen wir auch die verschiedenen Bereitstellungsoptionen, bei denen sie sich zwischen On-Premise, unserem Hosting-Angebot oder der Cloud entscheiden können. Insgesamt konzentrieren wir uns einfach darauf, ein guter strategischer Partner zu sein. Der gemeinsame Erfolg ist nur möglich, wenn wir unsere Kunden fachkundig durch wichtige Entscheidungen und Implementierungen im Rahmen ihrer individuellen, digitalen Transformation führen.

erp4students: Unternehmen müssen offensichtlich viele komplexe Entscheidungen treffen, abhängig von ihren Geschäftsanforderungen und ihrer Strategie. Können Sie einen Trend erkennen, wie viele Unternehmen sich für Greenfield, Brownfield oder Selective Data Transition entscheiden?

Tamas: Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass sich letztendlich die große Mehrheit der Unternehmen für einen Brownfield- oder Selective-Ansatz entscheidet. Diese Beobachtung sehe ich auch durch Gespräche mit SAP-Mitarbeitern, Partnern sowie durch Umfragen von z. B. der deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe DSAG bestätigt. Sie alle sprechen von rund 25% an Unternehmen, die sich für den Greenfield-Ansatz entscheiden. Kürzlich habe ich in einem aktuellen Bericht von Deloitte über SAP-Integration gelsen, dass nur 20% ihrer Kunden sich für den Greenfield-Ansatz entschieden haben. Das verdeutlicht wieder, dass größere, komplexer aufgestellte Unternehmen noch eher dazu neigen, den Selective- oder Brownfield-Ansatz zu wählen.

Guilherme:
Genau. Erfolgreiche Unternehmen mit einem langjährigen SAP-System möchten einfach nicht all ihre etablierten Eigenentwicklungen und Programmanpassungen verlieren und dennoch von den neuesten SAP-Innovationen profitieren. Außerdem ist es kosten- und zeitintensiv, sich komplett neu zu erfinden. Warum also nicht weiterhin auch auf bewährte Arbeitsabläufe setzen? Die große Stärke von SAP, nämlich die Handhabung komplexer Sachverhalte zu ermöglichen, wird natürlich zur Herausforderung. Bei der Umstellung auf SAP S/4HANA sollte das nicht unterschätzt werden. Aber dafür haben wir MIGNOW entwickelt. Für unsere Kunden sind wir der Schlüssel zu beschleunigten, ressourceneffizienten Brownfield- und Empty-Shell-Konvertierungen.

erp4students: Viele Unternehmen und besonders die Mitarbeiter:innen schätzen während und nach einem Migrations-, Transformations- oder Implementierungsprozess den Kontakt zu geschulten Fachkräften. Wie kann man sich den Support im Kontext einer automatisierten und KI-gestützten Migration vorstellen?


Tamas: Die Unterstützung erfolgt nicht durch eine Maschine. Genau deshalb sind wir Partner von MIGNOW. Wir stellen hier in Europa den notwendigen Zugang und Support zur Software vor Ort bereit. Da wir in vielen verschiedenen Ländern vertreten sind, können wir in den einzelnen Landessprachen Support anbieten und sicherstellen, dass die automatisierte Migration reibungslos durchgeführt wird. Kunden brauchen jemanden, der bei Bedarf direkt vor Ort für sie da ist.

Guilherme: Ich stimme dir vollkommen zu, Tamas. Die MIGNOW-Software ist aufgrund ihrer Automatisierung und KI sehr leistungsfähig. Dies untergräbt jedoch nicht die menschliche Interaktion. Im Gegenteil, sie gibt ihr mehr Raum. Wie bei normalen S/4HANA-Migrationen bieten SAP-Partner wie SOA People Unterstützung an, indem beispielsweise nur echte Mitarbeiter offene Tickets beantworten, Workshops für Key User oder ganze Abteilungen leiten oder mit ihrer Expertise Entscheidungsprozesse aktiv begleiten. Wir glauben, dass Menschen füreinander da sein sollten. Maschinen und Software sollen diese Interaktion nur vereinfachen. So, wie es MIGNOW tut, indem es den manuellen Arbeitsaufwand erheblich reduziert und mehr Zeit für die Diskussion über wertvollere, strategische Themen lässt. wir behandeln auch jeden unserer Kunden auf diese Weise: Wir sind füreinander da.

erp4students: Ab 2027 wird der Support für ältere ERP-Versionen eingestellt. Was raten Sie Unternehmen, die bisher noch unschlüssig sind, welcher Ansatz (Greenfield oder Brownfield) für sie der richtige ist?

Tamas: Seit 2015, der Geburtsstunde von S/4HANA, haben wir diese Frage schon häufig gehört und deshalb eine Methodik entwickelt, die sie beantwortet: Wir führen in wenigen Tagen eine Reihe von technischen und funktionalen Bewertungen durch und geben am Ende eine klare Antwort über den Ansatz (ob Greenfield, Brownfield oder Selective). Aber auch über Zielarchitektur, Datenmanagement, Projektzeitplan, Budgetschätzung, Auswirkungen auf die Organisation, Änderungsmanagement usw. treffen wir Aussagen. Wir decken alle Aspekte ab, die Entscheidungsträger berücksichtigen müssen. Basierend auf diesen Erkenntnissen und den strategischen Zielen des Unternehmens können dann die richtigen Entscheidungen für die Zukunft des Unternehmens getroffen werden.

Guilherme: Der Brownfield- und der Selective-Ansatz sind insgesamt schneller umsetzbar als Greenfield, da man als Unternehmen nicht alles von Grund auf neu planen und beginnen muss. Mit MIGNOW können der manuelle Arbeits- und damit auch der Zeitaufwand noch weiter reduziert werden. Das bedeutet, dass Brownfield und Selective im Vergleich zu Greenfield dann die deutlich noch schnelleren Optionen darstellen. Bedenkt man, dass die Ressourcen für eine Migration begrenzt sind, müssen Unternehmen nicht nur über ihre digitale Transformation selbst nachdenken, sondern auch darüber, was zu welchen Kosten machbar ist. Wenn Unternehmen nicht bald migrieren, laufen sie Gefahr, ab Anfang 2028 mit ihren SAP Business Suite 7 Kernanwendungen ohne SAP-Mainstream-Wartung auskommen zu müssen. Dabei müssen sie nicht nur die eigenen Beschränkungen interner Ressourcen im Auge behalten, sondern auch, welche Ressourcen bei SAP und seinen Partnern überhaupt noch verfügbar sind. In diesem Zusammenhang glaube ich, dass MIGNOW über sein eigentliches Wertversprechen hinaus noch attraktiver wird, da man nur mit MIGNOW bei Ressourcenknappheit beschleunigt migrieren kann.

erp4students: Wie würden Sie Unternehmen überzeugen, die mit 15+ Jahre alten SAP-Systemen arbeiten und glauben, dass so alte Systeme und Daten nicht migriert werden können und deswegen zu einem Neustart mit einem anderen Anbieter tendieren?

Tamas: SAP hat so viel Erfahrung und Wissen über die Anforderungen und Komplexitäten von Unternehmen angesammelt, während es gleichzeitig Lösungen zur Compliance mit gesetzlichen Rahmenbedingungen weltweit bereitstellt, dass dieser Aspekt nicht zu unterschätzen ist. Andere ERP-Anbieter stehen vor der echten Herausforderung, mit dem Angebot von SAP und seinem starken Partnernetzwerk Schritt halten zu müssen. Außerdem ist klar geworden, dass eine Migration von SAP ECC nach S/4HANA möglich ist. Tausende von Unternehmen auf der ganzen Welt haben das bereits erfolgreich getan. Wir haben eine solche Migration auch schon sehr häufig durchgeführt. Unternehmen auf S/4HANA profitieren von den neuesten Innovationen und werden agiler. Angesichts all der Herausforderungen, denen sich Unternehmen gerade heutzutage stellen müssen, ist der Betrieb auf SAP S/4HANA definitiv ein großer Wettbewerbsvorteil.

Guilherme: Das ist richtig. Gerade bei komplexen Unternehmensstrukturen und Anforderungen hat sich SAP als die richtige Wahl erwiesen. Mit S/4HANA revolutioniert sich SAP erneut. Wir befinden uns gerade in einer neuen Ära der digitalen Transformation und Innovation. SAP lädt und motiviert nicht nur seine eigenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sondern auch die gesamte Partnergemeinschaft, dazu ein, täglich an der Mission mitzuarbeiten, die bestmöglichen Lösungen für Kunden zu entwickeln und bereitzustellen. Daher empfehle ich jedem Unternehmen, das mit einem veralteten SAP ECC arbeitet, einen unvoreingenommenen Blick darauf zu werfen, was sie in S/4HANA erwartet. Ohne zu wissen, welche Fähigkeiten, Funktionen und Benutzererfahrung man haben kann, bezweifle ich, dass man als Unternehmen die strategisch richtige Entscheidung für die zukünftige IT-Unternehmenslandschaft treffen wird. Die Angst vor der Umstellung selbst sollte übrigens nicht der entscheidende Grund sein, warum ein Unternehmen andere ERP-Systeme in Erwägung zieht. Auch deshalb gibt es MIGNOW: SAP-Kunden bieten wir eine einzigartige Möglichkeit, ihre Migration zu vereinfachen und zu beschleunigen.

erp4students: Da Sie bereits seit Jahren im IT- und SAP-Bereich tätig sind: Was sind Ihre Tipps & Tricks für junge Absolvent:innen, die ebenfalls in diesem Bereich arbeiten wollen?


Guilherme: Du interessierst dich für Themen wie maschinelles Lernen, neuronale Netzwerke und Automatisierungsprozesse? Wenn du gerne lernst, Neues ausprobierst und außerdem permanent daran arbeitest, dich selbst zu übertreffen, dann könnten IT und SAP etwas für dich sein. Es ist ein sehr schnelllebiges, dynamisches Umfeld. Bleib' also von Natur aus neugierig. Tausch' dich mit inspirierenden Menschen aus und lass' dich von ihnen führen. Erweitere deinen Horizont. Fokussiere den Kunden. Verstehe ihre Probleme und Prozesse. In dem Moment, in dem du mit einer Person über einen Geschäftsprozess nicht einverstanden bist oder ein Geschäftsprozess einfach zu komplex ist, frag dich: Warum ist das so? Gibt es bereits bessere Lösungen? Wenn nicht, was könnte eine bessere Lösung sein? Das ist der Moment, in dem du vielleicht der nächsten Innovation nahe bist!

Tamas: Um in IT und SAP am schnellsten voranzukommen, empfehle ich den Einstieg in ein Beratungsunternehmen. Dort ist die Lernkurve deutlich steiler. Berufseinsteiger können schneller in ihrer Karriere vorankommen. Ich persönlich denke, dass die beste Wahl ein Unternehmen ist, das nicht zu klein und nicht zu groß ist. Groß genug, um wirkungsvoll zu sein, aber klein genug, um persönlich zu sein.

Wir bedanken uns herzlich bei Ihnen für die Beantwortung der Fragen und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute. Herzliche Grüße und bleiben Sie gesund.

Mehr Informationen:

» Website SOA People
» Website MIGNOW


© www.erp4students.de   Mittwoch, 2. November 2022 16:50 ds
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